16/03/2026
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Trend |
1 |
3 |
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2 |
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%YTD |
-0.25% |
-3.04% |
-3.23% |
-1.29% |
-4.26% |
-2.92% |
3.32% |
-3.12% |
-4.89% |
6.91% |
4.64% |
(Daten vom Freitag vor der Publikation)
Zwischen Krieg und Inflation , Anleger gehen in die Defensive
Die vergangene Woche war von der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran und dessen Auswirkungen auf die Energiemärkte geprägt. Die Blockierung der Strasse von Hormus löste einen brutalen Angebotsschock aus und sorgte für erneute Inflationsängste.
Energieschock stellt geldpolitische Erwartungen in Frage
Der Preis für einen Barrel Brent überschritt zu Beginn der Woche die Marke von USD 120, um sich in der Folge auf rund USD 100 zurückzubilden. Angesichts dieser Spannungen beschlossen die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur die Freigabe von strategischen Reserven im Umfang von 400 Millionen Barrel, das höchste je freigegebene Volumen. Damit sollen die Störungen der Energieversorgung in Zusammenhang mit den Angriffen auf Transportschiffe und die Energieinfrastruktur in der Region abgeschwächt werden. Die Märkte reagieren aber trotz dieser Massnahmen weiterhin extrem empfindlich auf geopolitische Nachrichten. So sorgten die Äusserungen des US-Präsidenten im Hinblick auf einen möglicherweise kurzen Krieg für eine vorübergehende Beruhigung. Dennoch halten die Angriffe auf Erdöltanker und die anhaltenden Spannungen im Persischen Golf den geopolitischen Aufschlag auf den Ölpreis hoch. Der plötzliche Anstieg der Energiepreise und die steigenden Inflationsbefürchtungen wirkten sich belastend auf die globalen Aktienmärkte aus. Besonders hart getroffen wurden die Börsen in Europa und der Schweiz aufgrund ihrer höheren Energieabhängigkeit im Vergleich zu den USA, wo die Korrektur moderater ausfiel. Das Land ist energiepolitisch besser aufgestellt, da es 2018 zum Nettoexporteur geworden ist. Somit unterstützen die höheren Rohölpreise zum Teil die US-Handelsbilanz und den US-Dollar.
Die Preisexplosion beim Erdöl führt zu steigenden Inflationserwartungen
Die Anleihenmärkte reagierten mit einem Renditeanstieg; die Renditen 10-jähriger amerikanischer und deutscher Anleihen stiegen erneut um 10 Basispunkte und schlossen die Woche bei 4,28% bzw. 2,98%. Bei den makroökonomischen Daten lag die US-Inflation im Februar bei 2,4% im Jahresvergleich, mit einem monatlichen Anstieg von 0,3%. Diese Zahlen bestätigen die Preisdynamik, die bereits vor dem Energieschock nach oben zeigte. Am Markt wurden die Erwartungen einer geldpolitischen Lockerung durch die US-Notenbank Fed stark zurückgeschraubt. Die erwarteten Leitzinssenkungen für 2026 wurden von zwei auf null reduziert.
Paradoxerweise profitiert Gold zurzeit nicht von seiner Rolle als sicherer Hafen. Nach dem kräftigen Anstieg zu Beginn des Jahres wird das gelbe Metall nun durch die anziehenden Realzinsen und den stärkeren Dollar beeinträchtigt. Erdöl ist und bleibt zurzeit der massgebliche Vermögenswert. Für die Märkte ist der Energieschock die makroökonomische Hauptvariable.
In einer weiteren turbulenten Woche verlor der S&P 500 1,60%, der Nasdaq 1,26%. In Europa beschränkte sich die Einbusse beim Euro Stoxx 50 auf 0,06%, während der SMI mit einem Minus von 1,96% stärker unter die Räder kam. Der Index wurde vom Pharmakonzern Roche in Mitleidenschaft gezogen, der durch enttäuschende Meldungen bezüglich der Wirksamkeit seines Adipositasmedikaments in Phase 3 (Persevera) abgestraft wurde. Die Entwicklung der Börsen wird in den kommenden Wochen hauptsächlich von folgenden drei Faktoren abhängen: Vom Verlauf des Konflikts im Nahen Osten, der Reaktion des Erdölmärkte nach der Umsetzung der beschlossenen Freigabe strategischer Reserven und den Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik. Verharrt der Brentpreis bei rund USD 100, wird die Volatilität bei den risikobehafteten Vermögenswerten weiter anhalten. Darüber hinaus wird sich der Lockerungspfad der Notenbanken schwieriger gestalten. Umgekehrt könnte eine rasche Entspannung bei den Energiepreisen eine technische Erholung in den kommenden Wochen ermöglichen.
